Regenwald wird zerstört

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Trier, 11.7.2009 -- Die Greenpeace Gruppe Trier protestiert heute für den Schutz der letzten Urwälder und des Klimas. Durch Schuhe mit der Aufschrift "Rettet Amazonien" in der Fußgängerzone machen die Umweltschützer auf die Vernichtung des Amazonas Regenwaldes durch die unkontrollierte Ausbreitung der Rinderzucht in Brasilien aufmerksam. Während das Fleisch dieser Rinder überwiegend in Südamerika konsumiert wird, wird das Leder nach China, Italien und Vietnam exportiert. Dort lassen Schuhfirmen für den europäischen Markt produzieren. Die Greenpeace-Aktivisten fordern deshalb von Adidas, Reebok, Nike, Clarks, Geox und Timberland sicherzustellen, durch Ihren Ledereinkauf nicht zur Zerstörung des Urwaldes beizutragen.

"Der Amazonas Regenwald ist entscheidend für den Erhalt der Artenvielfalt und für den Schutz des Klimas. Unser täglicher Konsum trägt zur Vernichtung dieses Naturparadieses bei. Das muss gestoppt werden.", sagt Jennifer Schell von der Greenpeace Gruppe Trier. Greenpeace hat Anfang Juni einen Report veröffentlicht, der zeigt, dass auch Schuhhersteller von der Zerstörung des Urwaldes profitieren. Adidas hat daraufhin angekündigt, die Sachlage zu prüfen. "Jetzt müssen den Worten Taten folgen. Adidas muss sich für ein Entwaldungs-Moratorium in Amazonien einsetzen.", so Schell weiter.

Im Amazonasgebiet werden rund 80 Prozent der abgeholzten Urwaldfläche als Weideland genutzt. Durch die geringen Kosten für Weideland boomt die Rinderproduktion im Regenwald. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der brasilianische Rindfleischexport versechsfacht.

Insgesamt wurden bereits 74 Millionen Hektar Regenwald vernichtet. Dies entspricht knapp 20 Prozent der ursprünglichen Fläche - die doppelte Fläche Deutschlands. Nach Schätzungen von Wissenschaftlern sind in den Wäldern des Amazonasgebietes 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Die komplette Zerstörung des Waldes würde dem circa 400-fachen CO2-Jahresausstoß von Deutschland entsprechen. Schon jetzt ist Brasilien der viertgrößte Klimaverschmutzer der Welt. Rund 75 Prozent der brasilianischen Treibhausgasemissionen stammen aus der Zerstörung der Wälder.

Greenpeace fordert die Industrieländer auf, einen internationalen Urwaldfonds einzurichten, der Tropenwaldländern wie Brasilien Geld für den Schutz Ihrer Wälder und des Klimas bereitstellt. Insgesamt müssen Industrieländer 110 Milliarden Euro jährlich für den Kampf gegen den Klimawandel bereitstellen. Für Deutschland bedeutet dies einen Anteil von sieben Milliarden Euro.