Für die Rechte Indigener

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Vergangenen Donnerstag besuchten Indigene aus Brasilien sowie Umweltaktivisten international agierende Konsumgüterhersteller wie Nestlé oder Unilever am Rande ihrer gemeinsamen Tagung in Berlin. Die Hersteller, die sich unter dem sogenannten Consumer Goods Forum zusammengeschlossen haben, hatten sich bereits 2010 selbst dazu verpflichtet, Waldzerstörung bis 2020 aus den Lieferketten zu verbannen. In der Realität ist jedoch nicht zu erkennen, dass dieses Versprechen eingehalten werden kann. Der Überraschungsbesuch der Indigenen hätte die reale Situation in den Produktionsländern in die Veranstaltung getragen; der Zugang wurde jedoch verweigert. Die namhaften Firmen wollten unter sich bleiben. Der Protest gegen die andauernd dramatischen Auswirkungen in Brasilien durch die Geschäfte dieser Hersteller musste draußen stattfinden.

Die Firmen, die Sie hier vertreten, tragen einen Teil der Verantwortung für die Bedrohung, der wir Indigenen ausgesetzt sind. Seien Sie sich bitte dessen bewusst und handeln Sie entsprechend. Es steht wirklich alles auf dem Spiel, der Regenwald, das Klima und unser Überleben“, sagt Sonia Guajajara.
Sie ist eine der zehn indigenen Oberhäupter aus Brasilien, die derzeit in Europa auf die prekäre Lage der indigenen Bevölkerung aufmerksam machen.

Bei ihrem Protest auf der gegenüberliegenden Seite des Veranstaltungsortes wurden die Indigenen auch von Mitgliedern von Greenpeace unterstützt. Mit klaren Botschaften auf Bannern wandten sie sich an die beteiligten Firmen: „Stop Talking, Start Acting“ („Taten statt Warten“) und „Your Products Destroy Lives“ („Eure Produkte zerstören Leben“). 

Die bisherigen Maßnahmen der Unternehmen lassen nicht erkennen, dass sie sich an ihre Selbstverpflichtung halten. Ein im Juni von Greenpeace International veröffentlichter Report (siehe Links), für den die unabhängige Umweltschutzorganisation mehr als 50 Unternehmen zu ihrer Lieferkette befragt hat, zeigt in Fallbeispielen auf, wie die Nachfrage nach Agrargütern wie beispielsweise Soja oder Rinderzucht weltweit die Waldzerstörung befeuert.

Unternehmen müssen endlich Verantwortung zeigen und aufhören, Geschäfte mit Waldzerstörern zu machen. Damit es nicht weiter bei Lippenbekenntnissen bleibt, braucht es dazu wirksame Gesetze, die dafür sorgen, dass Menschen Produkte kaufen können, für die keine Leben und Wälder zerstört werden“, sagt Gesche Jürgens, Wald-Expertin von Greenpeace. Greenpeace hat sich im September diesen Jahres der Initiative Lieferkettengesetz angeschlossen.

Weiterführende Links

Greenpeace Report zur weltweiten Abholzung für Agrargüter
Website der Delegation Indigener aus Brasilien
Initiative Lieferkettengesetz