Von Industriefischerei bedroht

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Der Südpol liegt von Deutschland aus in weiter Ferne, zum antarktischen Weddellmeer sind es über 14.000 Kilometer. Nicht meine Baustelle? Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten in 75 deutschen Städten fühlen sich sehr wohl verantwortlich – und machten sich gestern in Fußgängerzonen und an öffentlichen Plätzen für ein antarktisches Schutzgebiet stark. Damit der Blick in die richtige Richtung geht, stellten die Umweltschützer im ganzen Land Wegweiser auf, die zum Weddellmeer zeigten.

Antarktis-Schutzgebiet dringend erforderlich

Der fortschreitende Klimawandel lässt die antarktischen Eismassen schmelzen und öffnet bislang unzugängliche Regionen für die industrielle Krillfischerei. Krill, Schwärme von Kleinkrebsen, ist für das Überleben von Pinguinen, Walen und Robben unerlässlich.

Die scheidende Bundesregierung hatte vorgeschlagen, im Weddellmeer ein Schutzgebiet von rund 1,8 Millionen Quadratkilometern einzurichten. Das entspräche etwa der fünffachen Fläche Deutschlands. Beschließen könnte das neue Schutzgebiet die Antarktis-Kommission CCAMLR auf ihrer Sitzung im Herbst 2018. Greenpeace fordert, dass die neue Bundesregierung dort den Schutzgebietsvorschlag gegen Länder mit starken Fischereiinteressen wie Norwegen, China, Südkorea und Japan durchsetzt.

Unterstützen auch Sie den Plan für ein Meeresschutzgebiet in der Antarktis. Schreiben Sie der Antarktis-Kommission CCAMLR, dass Sie den Schutz des Weddellmeers vor der Fischereiindustrie fordern (siehe folgenden Link).

Greenpeace-Expedition auf der Suche nach unbekannten Arten

Derzeit ist das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ auf Expeditionstour entlang der antarktischen Halbinsel. Das Weddellmeer gilt als eine besonders artenreiche und bisher kaum erforschte Region. Mit an Bord: die deutsche Greenpeace-Meeresexpertin Dr. Sandra Schöttner. Unter der Leitung der Antarktis-Forscherin Dr. Susanne J. Lockhart wird mit bemannten Unterwasserbooten in hunderten Metern Wassertiefe der Meeresboden untersucht. Die Forscher hoffen, unbekannte Arten und besonders schützenswerte Strukturen wie Tiefseeschwämme oder -korallen zu entdecken. Die Daten sollen helfen, den Weddellmeer-Schutzgebietsvorschlag zu stützen. Bisher haben bereits über eine halbe Million Menschen weltweit die internationale Greenpeace-Petition an die Antarktis-Kommission CCAMLR unterzeichnet mit der Forderung, das Schutzgebiet zu beschließen.

 

Weiterführende Links

Petition für das weltgrößte Meeresschutzgebiet im Weddellmeer
Greenpeace-Deutschland Artikel zum Gruppenaktionstag am 28.1.
Greenpeace erforscht die Antarktis