Cattenom: Test der FARN

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Am 17. 5. 2017 hat die französische "Force d'action rapide du nucléaire" (FARN), eine nach der Fukushima-Katastrophe neu gegründete Eingreiftruppe, die in Notfall-Szenarien für die Sicherheit französischer atomarer Anlagen sorgen soll, einen umfangreichen Einsatztest in dem AKW Cattenom durchgeführt.
Folgende Artikel regionaler Online-Zeitungen gehen näher darauf ein:

http://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/notfalluebung_cattenom100....

http://www.tageblatt.lu/digital/foto/story/Cattenom-probt-den-Ernstfall-...

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarland/24-stunden-um-den-...

https://www.wort.lu/de/lokales/uebung-in-cattenom-schnelle-truppe-fuer-d...

Wir möchten dazu erwähnen, dass wir als Greenpeace-Ortsgruppe aus Trier, das weniger als 60 Kilometer von Cattenom entfernt liegt, den Optimismus in diesen Artikeln nicht teilen können!
In ihnen ist von Fukushima und möglichen schweren Umweltkatastrophen wie Erdbeben, etc die Rede. Das Problem bei diesen Szenarien ist und war aber immer, dass keiner ein Bild von der Situation nach einer solchen Katastrophe an einem davon betroffenen Reaktor hatte. Keiner wusste eine Antwort auf "wie sieht es innerhalb des Reaktors aus?", "was funktioniert noch oder nicht mehr?", "wie ist die Beschaffenheit der Gebäude?". Und keiner konnte innerhalb kurzer Zeit eine zuverlässige Antwort liefern.
Einen kritischen Reaktor ausreichend und emissionsfrei zu kühlen, ohne genau zu wissen, wie und wo er beschädigt ist, halten wir für schwer erprobbar.
Auch kann das verwendete Kühlmittel kontaminiert werden; in den Artikeln wird jedoch nicht auf die Entsorgung dessen und auf dafür notwendiges Equipment eingegangen, ebenso auch nicht auf die Frage nach dem Grundwasserschutz bei einem möglichen Leck innerhalb der Kreisläufe mit kontaminierten Flüssigkeiten.

Letzten Endes dürfte ein Einsatz für die FARN einer mit viel Improvisation werden - wie meist immer bei Katastropheneinsätzen. Bei einem außer Kontrolle geratenen Reaktor könnte dies fatalste Folgen haben.
Die Einrichtung und Erprobung eines weiteren Sicherungssystems mag zwar lobenswert und vorallem pressetauglich sein, sie darf aber nicht davor hinwegtäuschen, dass auch dies keine Sicherheit garantieren kann und dass es sich bei Cattenom um vier Atomreaktoren mit regelmäßigen Pannen, überlanger Laufzeit und schwerwiegenden Konstruktionsmängeln (http://www.trier.greenpeace.de/artikel/cattenom-droht-akuter-stoerfall) handelt, die sich mitten im dichtbesiedelten Mitteleuropa - und unmittelbar an der Grenze zu Deutschland - befinden.

Wir fordern daher weiterhin die sofortige Abschaltung aller Reaktoren in Cattenom! Nur dies kann die absolute Sicherheit bieten, die einem mit der Einrichtung und den spektakulären Übungen der FARN versprochen wird!